Anna ist kaputt

Da mein Dienstag ziemlich unspektakulär war und ich sowohl Dienstag als auch Mittwoch nichts für euch geschrieben habe fasse ich die beiden Tage in einem Eintrag zusammen. Der Grund dafür, dass ich keinen Eintrag geschrieben habe ist, dass mein Körper mich ärgert. Ich fühle mich so als könnte er sich nicht entscheiden ob ich krank werde oder nicht. Ich bin jeden Morgen wach. Was für mich ungewöhnlich ist, aber nicht ‘normal’ wach, sondern komisch-aufgedreht-wach. Egal zu welcher Zeit des Tages bin ich nicht müde. Sobald ich mich hinlege schlafe ich ein und wenn ich wach werde ist mir schlecht und ich habe Kopfschmerzen. Das ist zwar nicht so lustig aber auch nicht wirklich beunruhigend. Wenn ich in meinem Zimmer bin sitze oder liege ich immer auf meinem Bett, da der Stuhl den ich habe unbequem ist, und bin ich die letzten beiden Tage sofort eingeschlafen als ich nach der Schule zurück gekommen bin. Heute also Donnertag war ich leider Gottes so wie gestern Beschäftigt und morgen ist das Treffen mit den Katholischen Lehrern bei Brenda dafür habe ich gerade eben zwei Apfelkuchen gebacken und morgen darf ich dann doch Kartoffelsalat machen. Ich weiß nicht wann ich morgen zurück bin aber heute bin ich erst gegen zehn Uhr aus der Küche gekommen. Ich bin lebendig und werde spätestens am Samstag alles aufholen selbst wenn ich mir dafür wieder einen Platz bei Starbucks erkämpfen muss.

Regenschirme, Kartoffelsalat und ein Schwangerschaftstest

Hallo Mama, hallo Papa, ich habe NICHT vor diesen Eintrag zu nutzen um euch zu sagen, dass ihr Oma und Opa werdet, wie der Titel vermuten lassen könnte. Das ist nämlich NICHT der Fall, aber lasst mich von Vorne anfangen:
Obwohl ich in der letzten Nacht kaum Schlaf bekommen habe war ich schon um sechs Uhr morgens wach. Vermutlich hatte ich den Punkt erreicht, an dem das Gehirn aus Schlafmangel aufdreht anstatt mich wie eine Umtote durch die Schule wandeln zu lassen. Abgesehen von der Tatsache, dass ich nicht einschlafen konnte gab es die verschiedensten Gründe dafür, dass ich mitten in der Nacht aufgewacht bin. Als erstes war es das Klingeln unseres Festnetz Telefons das mich vom schlafen abgehalten hat. Ich kann nur hoffen das der Anrufer sich mindestens in einer Zeitzone befunden hat in der es noch sechs Stunden früher war als bei uns. Wir hatten 02:20, was für mich definitiv Schlafenszeit bedeutet. Der hartnäckige Anrufer versuchte es noch ein zweites mal ,nachdem sein erster Versuch erfolglos gewesen war. Als ich gerade dabei war wieder einzuschlafen fing ein Hund in der Nachtbarschaft an zu Bellen. Als er sich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder beruhigt hatte stand ich wieder vor meinem Problem mit dem Einschlafen. Ich glaube es ist mehr als deutlich, dass ich nicht ganz so viel Schlaf bekommen habe wie geplant. Schon als ich meine Augen aufschlug konnte ich hören, dass es regnet. Wir hatten ausnahmsweise mal authentisches Januar-Wetter. Vor dem Lehrerzimmer bot sich mir ein fabelhafter Anblick. Ein Haufen Regenschirme lag zum Trocknen aufgespannt auf dem Boden. Nach dem ich meinen Schirm dazugelegt hatte und meine Schulasche zu meinem Schreibtisch gebracht hatte ging ich noch einmal zurück um ein Foto für euch zu machen:

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Mein Schirm ist der bunte ganz vorne. Auf dem Foto sieht man nicht ganz so gut wie verschachtelt das ganze Gebilde ist. Da ich mit den Videos fertig war habe ich das Internet mal ausgiebig nach Neuigkeiten aus Deutschland durchforstet. Als die Inhalte der Artikel anfingen sich zu wiederholen wurde ich von Brenda gerufen. „Hey Anna, Sherielyn will dir etwas sagen!“. „Nein will ich nicht, sag du es ihr!“. Da eine der Beiden anscheinen etwas von mir wollte habe ich mich erst einmal in ihre Richtung bewegt. Da beide nicht mit der Sprache rausrücken wollten haben sie einstimmig beschlossen: „Louis, du kannst ihr sagen was los ist!“. Zu diesem Zeitpunkt war ich erheblich verwirrt. Louis stand nur grinsend vor mir und sagte :“Vickie erklär ihr mal den Plan.“. Vickie klärte mich darüber aus, dass die katholischen Lehrer am Freitag nicht zur Schule kommen da wir diesen Tag für Exerzitien nutzen werden. „Gut und schön“, dachte ich, „und warum wollte mir das niemand sagen?“. Die Antwort darauf hatte Louis, der festgestellt hat, dass Vickie den springenden Punkt nicht mitbekommen hat. „Wir werden bei Brenda Zuhause essen und dachten du könntest typisch deutsch für uns kochen.“. Ja, genau dass hatte ich nicht erwartet. Ich soll bei Brenda Zuhause für alle deutsch kochen. Um es auf den Punkt zu bringen, könnte man sagen ich dache: “Ja nee is klar!”. Gefragt habe ich aber was ich denn kochen soll. Von der ersten Idee habe ich Louis sofort abgebracht. “Wie soll ich denn bitte Schweinshaxe machen wenn ich es selbst erst einmal probiert habe? Da warst du übrigens selbst bei.”. Als die Gruppe aus Hong Kong in Deutschland war haben wir einen Abend im Bauhaus verbracht wo es natürlich Schweinshaxe geben musste. Diese Antwort hat ihn selbstverständlich nicht aus dem Konzept gebracht:”Dann such dir etwas anderes aus.”, sagte er und ließ mich stehen. Da Brenda und Sherielyn keine Ahnung von deutschem Essen haben hatten sie auch keine Konkreten Vorstellungen was ich kochen soll.an dieser Stelle habe ich beschlossen meiner Mutter eine verzweifelte WhatsApp Nachricht geschickt. Ich bin durchaus in der Lage zu kochen, was mich zum verzweifeln gebracht hat war die Tatsache, dass ich keine Rezepte mit habe und dass die Supermärkte eine Katastrophe sind. Für die meisten Gerichte würde ich nicht alles bekommen was ich brauche und nach dem Motto learning-by-doing einfach alternativ etwas anderes zu benutzen ist mir zu riskant wenn ich für zehn Kollegen kochen soll. Da ich Cleo sowieso noch auf eine Nachricht antworten wollte habe ich die Gelegenheit genutzt um sie auch um Hilfe zu bitten. Die Nachricht war gerade abgeschickt, als Brenda sehen mir auftauchte. Sie hatte auch die grandiose Idee ich könne Schweinshaxe machen. Das habe ich ihr sofort ausgeredet und sie darüber aufgeklärt, dass ich in Deutschland nicht jeden Tag Schweinshaxe esse. Wiederwillig hat sie mir genehmigt etwas anderes zu machen. Wenn man so viel über essen nachdenkt kann es passieren, dass man Hunger bekommt und wenn man dann noch kein Frühstück hatte wird es auch nicht besser. Deshalb habe ich Sherielyn gefragt ob sie mit mir runter geht um etwas zu essen zu kaufen. sie war hell auf begeistert und so haben wir uns auf den Weg gemacht. Mir ist aufgefallen, dass mein Regenschirm nicht mehr da stand wo ich ihn lassen hatte. Das habe ich gleich Sherielyn gesagt. Als wir wieder zurück gekommen sind hat sie das sofort Brenda gesagt und die ist dann an die Decke gegangen. Anfang es Schuljahres sind wohl zwei Regenschirme geklaut worden und das fand Brenda nicht so toll. “Wir können gleich zusammen runter gehen und uns die Bilder der Überwachungskamera ansehen.”, also wartete ich. Eine halbe Stunde später machten Brenda und ich uns auf den Weg nach unten. “Warte mal.”, sagte ich. Auf einem der Regale lag ein Haufen Knirpse, die beim letzten Mal als ich hier war noch nicht da waren. Meiner war auch dabei. als ich das Brenda gesagt habe wollte sie meine brillante und naheliegende Erklärung nicht hören. Anstatt sich der Theorie anzuschließen, dass eine der Putzfrauen die Schirme weg getan hat und sie zu einem späteren Zeitpunkt auf das Regelgelegt hat, war Brenda der Meinung, derjenige der meinen Schirm geklaut hat mitbekommen hat das Brenda sich die Aufnahmen ansehen will und den Schirm zurück gebracht hat.Man könnte also die Vermutung aufstellen, das Brenda Probleme damit hat sich selbst und anderen einzugestehen, dass sie Falsch lag. Deshalb sind wir trotzdem ins Sekretariat gegangen um uns das Video vom Morgen anzusehen. Während wir darauf gewartet haben, dass der Hausmeister die Freigabe bekommt hat Brenda allen anderen Anwesenden erzählt das ‘schon wieder’ ein Schirm geklaut wurde. Eine andere Lehrerin die zufällig auch im Sekretariat war hat die Sache dann aufgeklärt. Ich habe der Putzfrau gesagt sie soll die Schritte in einen leeren Klassenraum bringen, damit der Gang nicht blockiert ist. “Dann brauchen wir uns das Video nicht ansehen.”, sagte Brenda bevor sie anfing ihre Theorie zu verteidigen. Ich war einfach froh, dass mein Regenschirm wieder aufgetaucht ist. Wieder im Lehrerzimmer hatte Brenda zum Abschluss noch eine tolle Idee: ich soll am Freitag Kartoffelsalat machen. Diese Info habe ich gleich an meine Mutter und Cleo weitergeleitet um nach Rezepten zu fragen bis jetzt habe ich wenn ich Kartoffelsalat gemacht habe immer aus dem Bauch heraus entschieden wie viel ich wovon benutze. Faszinierenderweise war das auch der Rat meiner Mutter. In der Mittagspause leerte sich das Lehrerzimmer. Ich habe Musik gehört und deshalb den Anfang des Gesprächs nicht mitbekommen. Was ich dann gehört habe war Brenda die mehr fach den Markennamen ‘Clearblue’ benutzte. Da in Deutschland eine Zeit lang Werbespots dieser Merke im Fernsehen rauf und runter liefen wusste ich dass es um einen Schwangerschaftstest ging. “Ich ruf Nicholas jetzt an und bitte ihn einen mit zu bringen.”, das war Brenda. “Nein lass das!”, sagte Sherielyn noch, aber es war bereits zu spät. “Hey Nicholas kannst du wenn du zurück kommst einen Schwangerschaftstest mit bringen? Nein ich will dich nicht veräppeln ich schick dir gleich den Namen von der Marke, tschüs!”, dass war alles was ich auf ‘meiner Seite des Telefonats’ hören konnte. Ich habe mich dann unauffällig in Brendas und Sherielyns Richtung begeben um mit zu bekommen um wen es geht. Ich hatte zwar eine Vermutung, aber man weis ja nie! Als ich angekommen war ging es Thematisch darum welcher der Tests von Clearblue am besten ist. “Ist der Test für dich?”, fragte ich Sherielyn. “Ja. Ich glaube nicht das ich schwanger bin. Dadurch das ich stille spielen meine Hormone immer noch verrückt aber Brenda meint ich soll lieber mal nachschauen.”, war die Antwort. “Hey, Nicholas fragt gerade was er der Verkäuferin sagen soll!”, rief Brenda. Sherielyn, Graham und ich mussten lachen. “Schreib ihm, dass er gar nichts sagen muss. Die Schwangerschaftstests stehen im Regal, er muss sie nur suchen!” lautete Sherielyns Antwort. Wenige Minuten kam ein Anruf vom Verzweifelten Nicholas. Er hatte keine Ahnung welchen Test er genau kaufen sollte da es mehrere von der selben Marke hab. Sherielyn sagte: “den günstigsten”. Brenda, die Nicholas am Telefon hatte sagte: “den teuersten” und legte unter protestrufend von Sherielyn auf. Zwanzig Minuten später kamen mehrere Gruppen aus der Mittagspause zurück. Nicholas war natürlich auch dabei. Mit rotem Kopf ging er zu Brenda um es hinter sich zu bringen. Das halbe Lehrerzimmer hatte in der Zwischenzeit mitbekommen das er in Brendas Auftrag einen Schwangerschaftstest gekauft hatte. Dank Brenda wussten dann auch alles, dass er für Sherielyn war. “Sherielyn, Anna kommt mal mit in den Gemeinschaftsraum!”forderte Louis uns auf. “Geht nicht, ich muss auf ein Stäubchen pinkeln.”, war Sherielyns Antwort. Im Gemeinschaftsraum habe ich erfahren, dass Kenny Geburtstag hat. Ich war mitten in die Überraschung für ihn hinein geraten. Nachdem wir ‘Happy Birthday’ gesungen hatten gab es Kuchen. Ich habe versucht abzulehnen, weil ich nicht in die Vorbereitung involviert war und bis vor ein paar Minuten nichts von dem Geburtstag wusste, aber Louis und Kenny kannten kein Erbarmen. Jetzt kenne ich eine zweite Sorte ‘Kuchen’ in Hong Kong. Wenn ich raten müsste würde ich behaupten, dass der ‘Kuchen’ hauptsächlich aus Gelatine, Aroma und Farbstoff bestanden hat. Die Geschmacksrichtung ließ sich auch nur mit Fantasie erraten. Es könnte vielleicht Zitrone gewesen sein, vielleicht aber auch nicht. “Hey, kommst du gleich mit runter?”, fragte Vickie. Ich hatte keine Ahnung was sie meinte und sie erklärte mir, dass wir “staff development day” haben und uns einen Vortrag zum Thema Zukunftsplanung anhören sollten. Der Vortrag war leider auf Chinesisch so dass Kenneth der neben mir saß übersetzen musste. die nicht schwangere Sherielyn saß nämlich auf meiner anderen Seite und hat selbst nichts verstanden. Daraus lernen wir, dass man über ein Jahrzehnt lang in Hong Kong leben kann ohne Kantonesisch zu lernen. Im Grundgekommen zielte der Vortrag darauf ab, dass man mit sich selbst zufrieden sein muss, bevor man Entscheidungen treffen kann die die eigene Zukunft betreffen. Am Ende sollten wir in Gruppen darüber reden, für wen wir unser Leben leben. Da ich die jüngste bin und Sherielyn begeistert auf mich zeigte als es darum ging wer seine Gedanken mit den anderen Teilen möchte hatte ich ziemlich schnell das Mikrofon in der Hand. Ich habe für mich und Sherielyn geantwortet, da wir einer Meinung waren. “Wir leben für Gott. Es gibt zwar viele Menschen in unseren Leben, die wichtig sind und für die wir alles tun würden. Aber wenn wir beten bitten wir immer darum stark und mutig genug zu sein um das zu tun was Gott will. Da wir glauben dass Gott einen Plan für jeden von uns halt leben wir um seinen Plan zu folgen, auch wenn wir ihn nicht genau kennen.” Sowohl der Priester, der den Vortrag gehalten hat als auch Louis nickten begeistert während ich antwortete. Nach dem Vortrag bin ich nach Hause gegangen. Allerdings ging das nicht ohne eine weitere Plan Äderung von Brenda:“Ich glaub wir machen nur Backkartoffeln du musst nur kochen Machen.“. Nach dem Abendessen habe  ich mit Cleo geskyped und bin danach schlafen gegangen.

Starbuks mal anders

Heute Morgen bin ich davon wach geworden, dass ein Telefon klingelte und klingelte und klingelte. Vermutlich war es unser Telefon, von dem ich nicht einmal weiß wo es steht. Ich war also früh genug wach um pünktlich zur Messe in der Kirche anzukommen. Theoretisch. Praktisch habe ich eine gefühlte Ewigkeit damit verbracht meinen Schlüssel zu suchen. Ich bin tendenziell ein Schusseliger Mensch wenn es darum geht Dinge zu verlegen die für mich persönlich wichtig sind, deshalb habe ich schon etwas Übung darin eben diese Dinge zu finden. Typische Schlüssel-Orte sind bei mir, wie bei den meisten anderen Leuten auch Taschen. Sowohl Hand- als auch Jackentaschen sind Orte an denen sich meine Schlüssel häufig aufhalten. Also habe ich meine Schultasche, die Taschen von sämtlichen Jacken und meine Handtasche erfolglos durchsucht. Auch wenn es vollkommen Sinnlos war habe ich das Ganze wiederholt als ich meine Schlüssel immer noch nicht gefunden hatte. Danach hieß es hastig den Schreibtisch, meine Kommode und den Boden absuchen. Dabei habe ich hauptsächlich meine Sachen die rum lagen sprichwörtlich von A nach B geschoben, auch das war erfolglos. In letzter Konsequenz habe ich angefangen nachzudenken um festzustellen wann ich meine Schlüssel zum letzten Mal gesehen habe. Hätte ich damit mal früher Angefangen! Ich war am Mittwoch in meiner CatSo Jacke nach Hause gegangen die ich eigentlich immer in der Schule lasse um  eine Reservejacke zu haben wenn die Klimaanlage möchte dass ich erfriere. Am Freitag habe ich anstatt meines Mantels die CatSo Jacke übergezogen als ich zur Schule gegangen bin. Das Praktische daran war, dass ich meine Schlüssel nicht in meine Schultasche packen musste, was immer umständlich ist, da die CatSo Jacke Taschen hat. Jetzt wisst ihr Vermutlich genau so wie ich wo meine Schlüssel sind. In der CatSo Jacke die über meinem Schreibtischstuhl  in der Schule hängt. Ich bin als Schlüssel-los aus dem Haus gegangen und habe es geschafft zu dem Zeitpunkt die Kirche zu betreten an dem Father Gervais das Zeichen zum Einzug gegeben hat. Praktischerweise gibt es in den Englischen Messen immer Leute die dafür sorgen dass so viele Personen wir möglich sitzen können. Ich wurde also direkt zu einer Reihe durchgewinkt in der noch ein Platz frei war. Nach der Messe habe ich meine genialen Plan in die Tat umgesetzt und bin zu Starbucks in der YOHO Mall gegangen. Starbucks ist hier kein Ort an dem man sich mit Freunden trifft und redet. Hier sieht man bei Starbucks haufenweise Schüler und Studenten sitzen, die entweder alleine oder in dreier Gruppen Hausaufgaben machen oder lernen. Nach dem ich mir einen großen Kaffe gekauft habe wollte ich mich irgendwo hinsetzen. Das war allerdings leichter gesagt als getan. Nach fünf Minuten fand ich einen Platz an den ich mich setzen konnte und fing an zu schreiben. Das Mädchen das mir am Anfang gegenüber saß ging nach ungefähr einer Stunde und wurde von drei Frauen abgelöst die so aussahen als hätten sie die Siebzig schon lange hinter sich gelassen. Die drei blieben aber nicht lange. Als nächstes passierte etwas, dass in Deutschland undenkbar wäre. Ein Vater kam mit seinen beiden Kindern und setzte den Jungen an den Tisch neben mir und das Mädchen auf den Stuhl mir gegenüber. Dann ging er. Der Junge, der jünger war als seine Schwester, fing an Hausaufgaben zu machen, während das Mädchen anfing zu lesen. Nach drei Stunden meldete sich meine Blase und ich tat etwas, dass ich mir bei den anderen um mich herum abgeschaut hatte. Ich fragte das Mädchen ob es auf meine Sachen aufpassen könne und machte mich auf die suche nach einer Toilette. So vertrauensselig, dass ich meinen Laptop offen auf dem Tisch stehen ließ war ich dann doch nicht. Er wanderte erst einmal in meine Tasche. Als ich zurückkam und sah dass sowohl das Kind als auch meine Tasche noch da waren habe ich mir noch etwas zu Essen gehört. Mit meiner Gemüselasagne bin ich zurück gegangen um weiter zu schreiben.

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Es ist offensichtlich, dass ich einen Eintrag zum letzen Schultag vor den Ferien geschrieben habe. Was ihr nicht so leicht bemerken könnt ist, dass ich den letzen Blogeintrag den ich vor den Ferien hochgeladen habe fertig geschrieben habe (es ist der mit dem Foto aus der chinesischen Zeitung). Dann habe ich neue Orte für euch ( Tai Po und Tsuen Wan) und zu guter Letzt habe ich euch noch ein paar neue Personen vorgestellt (Katrin unter den Leuten in Deutschland und einige Kollegen unter STC). Ich habe beschlossen Euch auch die Kollegen vorzustellen mit denen ich nur flüchtig, dafür aber häufig etwas zutun habe, damit ich demnächst einfach die Namen der Personen benutzen kann. Nach fünf Stunden hatte ich genug von Starbucks und habe meinen Platzt geräumt. Ich war keinen Meter gegangen, da fing schon der Ansturm auf besagten Platz an. Da ich sowieso schon in der Mall war habe ich mir gleich ein neues Kleid gekauft. Eigentlich wollte ich meine Mutter oder meine Schwester per FaceTime als Shoppingberatung hinzuziehen. Die waren aber beide beschäftigt. Als ich es bei meinem Vater probiert habe erfuhr ich, dass meine Mutter mit den Sternsingern unterwegs und meine Schwester bei ihrem Freund war. Also musste ich mit meine Vater vorlieb nehmen. Seiner Meinung nach ist seine Qualifikation als Shoppingberatung eher fragwürdig, eine Meinung hatte er aber trotzdem zu allem. Wieder Zuhause musste  ich an schellen um reingelassen zu werden, ich hatte ja keinen Schlüssel dabei. Sister Michelle hat mir zur Begrüßung verkündet, dass Lee Sau Fong morgen putzen wird, so dass ich mein Zimmer aufräumen musste. Während dem Aufräumen habe ich dann noch mit meinen Eltern telefoniert. Meine Mutter hat von den Sternsingern erzählt was mich ein bisschen wehmütig gemacht hat, da ich sonst immer als Begleitern mit gehe. Jetzt ist es spät, sehr spät und ich werde schlafen gehen. Gute Nacht!

Weihnachten-ein Fest der Liebe

18.12.2015 Wie bereits Angekündigt musste ich heute früher raus. Wir wetten mit dem ‘Chor’ nämlich noch einmal die Lieder Proben als ich in der Aula angekommen bin war Vickie noch nicht da. Deshalb habe ich alleine Angefangen mit den Mädchen, die später während dem Gebet in ein Mikrofon singen würden zu Proben. Das war auch bitter nötig, da sie die Melodie von einem Lied kaum und von einem zweiten gar nicht kannten. Auch die Lieder die sie kannten waren noch nicht gut. Wenn man bei “Hark the herald angels” Angst vor den hohen Tönen hat ist es nicht die Beste Idee ein Mikrofon in der Hand zu halten. Während wir geprobt haben sind die Mädchen allerdings immer sicherer geworden. Als Vickie und Sherielyn dann eingetroffen sind haben wir den ‘Actionsong’ ein letztes Mal geprobt.

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Da kann auch schon die Schüler der Unterstufe herein. Natürlich war genau markiert, welche Klasse wo sitzt, so dass kein Durcheinander aufkommen konnte. Die Moderation wurde von zwei Viertklässlern (Dtl.: 10 Klasse) übernommen. Zu Beginn hat Sherielyn mit Hilfe einiger Schüler die Bewegungen des ‘Actionsonges’ erklär damit am Ende alle mitmachen können. Dann haben wir ein Lied (The first Noel) gesungen. Catherine am Klavier, Joe und ein paar Schüler an der Gitarre und schon konnte es los gehen. Vickie und ich haben uns in die nähe der Mädchen mit den Mikros gestellt und so hat es einigermaßen funktioniert. Als nächstes kam ein Stück der Theater AG. Da Vickie und Jane mir den Inhalt bereits während der Probe erklärt hatten konnte ich nun mein Wissen mit Sherielyn Teilen, die wie ich kein Wort verstanden hat. Am Anfang sahen wir einen Regenten des alten Chinas (ich weiß nicht mehr welcher Dynastie er entsprang) mit seinem Diener. Der Diener erzählte von einem Priester der ins Land gekommen sei um die Botschaft von Jesus Christus zu verkünden. Er hielt dem Regenten eine Bibel hin. Als dieser die Bieber aufschlug reisten sie durch die Zeit ins einundzwanzigste Jahrhundert. Vollkommen orientierungslos trafen sie einige Leute die ihnen von Weihnachten erzählt haben, schließlich war Weihnachtszeit und die Leute haben sich gegenseitig Geschenke überreicht. Nachdem sie mit Hilfe einer anderen Bibel zurück in ihre Zeit gereist sind beschließt der Regent, dass das Christum die einzig wahre Religion ist und die Geburt Jesu von nun an gefeiert werden soll.

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Es folgte ein weiteres Lied (Christmas is a time to love) bei dem Vickie und ich so laut wie möglich mitgesungen haben. Es war das Lied, das keines der Mädchen kannte. Nach dem Lied war Father Gervais an der Reihe. Er hielt eine Art Predigt. Zur Begrüßung sagte er Frohe Weihnachten in allen Sprachen in denen er es konnte: Spanisch, Italienisch, Französisch, Englisch, Kantonesisch und Tagalo (der Sprache der Filipinos). Da kam er auf sie Idee mich zu sich auf die Bühne zu Bitten damit ich ‘Frohe Weihnachten’ auf Deutsch sage. Er hat versucht es auszusprechen, was in der Menge für Gelächter gesorgt hat. Gerade als ich ihn wieder verlassen und mich hingesetzt hatte kam ihm die Idee ich müsse besuchen ‘frohe Weihnachten’ auf Kantonesisch zu sagen. “Hier bring ihr das bei.”, sagte er zu Vickie die neben mir saß und drückte ihr das Mikrofon in die Hand. Zum Glück ist es ziemlich einfach einzelne Wörter nach zu sprechen, so dass ich diese Aufgabe mit Bravour meisterte. Die Predigt nahm kein Ende, so dass ich im Auftrag von Sherielyn hinter die Bühne gegangen bin um Louis zu fragen ob wir ‘Hark the herald angels’ weg lassen sollen. Ein Blick auf die Uhr überzeugte ihn von dieser Idee. Ich lief also zurück um dem Chor, Catherine und den Gitarrenspielen mit zu teilen dass wir das nächste Lied überspringen würden. So wurde ‘Joy to the world’ ( dieses Mal mit allen) zum nächsten und letzten Lied nach dem Vaterunser.

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Als das Gebet eigentlich vorbei war schnappte Father Gervais sich eine Gitarre und sang ‘Engel auf den Feldern singen’ auf Spanisch, was bei den Schüler richtig gut ankam. Während die Schüler der Unterstufe die Aula verlassen und die Schüler der Oberstufe selbige betreten haben. Fragte Father Gervais mich ob ich das Lied das er gesungen hat kennen würde. Über meine Antwort sehr erfreut beschloss er, dass ich im zweiten Durchlauf eine Strophe auf Deutsch singen würde. Der Anfang des Gebets der Oberstufe verlief genau sowie beim ersten Mal. Der erste Unterschied war, dass Vickie und ich ein Mikrofon hatten um bei einem Lied (Christmas is a time to love) eine Oberstimme zu singen damit es nicht so langweilig ist. Der nächste Unterschied war die Anzahl der Personen die Father Gervais auf die Bühne gebeten hat. In der Pause hatte er Ludovico unseren italienische Austauschschüler gefragt ob er auch auf die Bühne kommen würde.

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So hat Father Gervais den Schülern ‘Feliz navidad’, beigebracht bevor er Ludovico das Mikrofon in die Hand gedrückt hat. Nach dem alle ‘Buon natale’ sagen konnten war ich mit ‘Frohe Weihnachten’ dran. Alle außer mir waren sich darin einig, dass die deutsche Variante am schwierigsten ist. Am Ende griff Father Gervais wieder zur Gitarre und fing an zu singen. Nach der ersten Strophe auf Spanisch war ich dann an der Reihe.

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Wieder oben im Lehrerzimmer kam Brenda begeistert auf mich zu: “Wir sollten dich öfter mal etwas singen lassen du hat eine total schöne Stimme!” (Auch hier wieder einmal ein riesiges ‘Dankeschön’ an Katrin!). Um halb zwölf habe ich ich gefragt, wo denn alle hin sind, da das Lehrerzimmer wie leergefegt war. Ich bin auf gut Glück in die Aula gegangen und lag vollkommen richtig. Ich kam gerade pünktlich um von einer Chinesisch Lehrerin auf die Bühne gezogen zu werden um gemeinsam mit allen andere anwesenden Lehrern zu singen.

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Nach dem singen fragte Vickie mich ob ich mit ihr und ein paar anderen zusammen Mittag essen gehen wollen würde. Wir landeten zu siebt in einem Restaurant das ‘mediterran’ sein sollte. Immerhin gab es hier Salat der nicht nach chinesischer Art gekocht war. Als wir zurück zur Schule kamen waren die meisten Lehrer dabei zu gehen. Für Vickie und mich fing die Arbeit jetzt erst an. Am nächsten Tag würde das CatSo Camp anfangen und Vickie hatte noch keine Zeit irgendetwas vorzubereiten. Ich half ihr also dabei das Stadtspiel, einige Gruppenspiele und die Powerpoint Präsentation für das abendliche Gebet fertig zu stellen. Theoretisch hätten wir um ein Uhr Nachmittags gehen dürfen Tatsächlich habe ich die Schule mehr als sich Stunden später verlassen. Zu diesen Zeitpunkt sind die Schüler die am ‘Christmasball’ teilnehmen wollten bereits zurück gekommen. Gemeinsam mit einigen anderen Lehrern habe ich mir das Spektakel angeschaut. Die Aula war nur mit Lichterketten beleuchtet und in der Eingangshalle war ein ein riesiges Herz aus einer langen Lichterkette gelegt. Das Thema lautete: “Write your own Lovestory”. Was bei einigen Lehrern wieder die Frage aufgeworfen hat ob ich Vergeben wäre. Die Chinesisch Lehrerin die mich am Mittag mit sich auf die Bühne gezogen hatte konnte gar nicht verstehen warum ich keinen Freund habe und bot sich sofort an mir jemanden zu suchen. Als ich ihr von Sherielyns Verkupplungsversuch erzählt hatte schaute sie nur missbilligend drein und meinte das Jüngere Männer überhaupt nicht gehen würden und ich mir jemanden aus dem Kollegium aussuchen sollte, sie hatte da auch schon wen im Visier. Na wunderbar, innerhalb von zweiunddreißig Stunden haben zwei Kolleginnen versucht einen Freund für mich zu finden. Das ist ziemlich deprimierend, wenn man in neben einem Lichterketten-Herz in einem schwach bedeuteten Raum steht während ein Schülerpärchen nach dem anderen in die Aula geht. Um weiteren Ratschlägen zu meinem nicht vorhandenen Liebesleben zu entfliehen ging ich nach Hause. Dort packte ich meine Tasche für das Camp und ging schlafen.

Die Bilder findet ihr alle auch auf der Schulwebsite. Das Foto von Father Gervais und mir beim singen konnte ich leider nicht herunterladen, weshalb ich nur auf Umwegen an diese etwas unscharfe Variante gekommen bin.

Ich fühl mich matschig

Heute ist nichts, absolut gar nichts spannendes bei mir passiert. Mein eigentlicher Plan war es am Blog zu arbeiten. Als ich heute morgen aufgewacht bin war mir aber klar, dass daraus nichts wird. Ich habe mich nämlich matschig gefühlt. Die meisten von euch können mit dieser Aussage vermutlich nicht viel anfangen. So nenne ich den zustande wenn ich mich irgendwie schlapp, aber nicht wirklich krank fühle und Kopfschmerzen habe. Es ist nichts halbes und nichts ganzes und nervt einfach nur. Ich konnte mich nicht wirklich aufs schreiben konzentrieren, deshalb habe ich nur zwei neue Leute aus dem Kollegium ausgesucht um sie euch vorzustellen. Den restlichen Tag lang habe ich abwechselnd gelesen ,sinnlose Spiele auf meinem Handy gespielt und das Hörspiel von „Harry Potter und der gefangene von Askaban“ gehört. Da Sister Michelle heute den ganzen Tag lang gearbeitet hat und Lee Sau Fong frei hatte war ich selbst für Meine Nahrungsaufnahme verantwortlich. Zu mehr als Nudelsuppe und Toastbrot hat meine Motivation allerdings nicht gereicht. Jetzt gerade wo ich dabei bin diesen Eintrag zu schreiben ist mir aufgefallen, dass ich in der Kategorie „Wo und mit wem“ noch nichts Über Lee Sau Fong geschrieben habe. Das musste ich natürlich sofort ändern, so dass der Abschnitt über sie entstanden ist während ich eigentlich dabei bin diesen Eintrag hier zu schreiben. Da könnt ihr mal sehen wie wunderbar das mit dem sich auf eine einzige Sache konzentrieren heute klappt. Ihr findet den Abschnitt über sie unter dem über Sister Michelle. Da YouTube gerade anfängt zu streiken muss ich wohl wieder einmal den Router neu starten um den Artikel online zu stellen. Was kann es vor dem schlafen gehen schöneres geben als im dunkeln durch das Haus zu laufen?  Richtig: vieles! Für morgen habe ich allerdings schon einen brillanten Plan, wie ich mich selbst dazu bringen werde Blogeinträge nachzuholen, doch jetzt muss ich mich erst einmal bewegen. Damit ich gleich nur noch auf ‚Publizieren‘ klicken muss wünsche ich euch jetzt schon mal eine wunderbare gute Nacht!

Personifizierte Effizienz

Nach vierzehn Stunden Schlaf (unglaublich, dass man solange schlafen kann) war es unmöglich, dass ich nicht wach war. So war ich überpünktlich und tatsächlich motiviert im Lehrerzimmer. Auf dem Weg zur Schule hatte ich Louis noch geantwortet, damit er nicht denkt ich wäre beleidigt wegen gestern. An der Schule angekommen habe ich sofort begonnen Videos zu benoten. Wenn man ein bisschen Übung darin hat wir es einfacher Zahlen hinter die Bewertungskriterien zu schreiben. Um halb neun wurde ich davon abgelenkt dass um Kenny’s (er ist Kunstlehrer) Schreibtisch herum ein Menschenauflauf entstand. Das Sherielyn mitmischte war nicht zu überhören, und da dachte ich mich ich höre mal nach war los ist. „Möchtest du auch etwas bestellen?“, fragte Sherielyn sofort. „Was denn bestellen?“, lautete meine Gegenfrage. „.Frühstück bei McDonalds.“, lautete die Antwort „komm ich zeig dir was es gibt. Da ich trauriger Weise schon öfter bei McDonalds Gefrühstückt habe (entweder mit Father Paul oder in meiner Zeit vor Hong Kong als ich in China war) fand ich die Idee weniger absurd als es Anfang des Jahres noch der Fall war. Also habe ich zusammen mit der gesamten Zone A und vereinzelten Leuten aus Zone B und C zusammen Frühstück bei McDonalds bestellt (ja, das Lehrerzimmer ist in drei Zonen nach Hauptfächern unterteilt; A: Englisch, B: Religion, Liberal Studies und Chinesisch, C: Mathe). Ich sitze in Zone A weil dort der einzig freie Schreibtisch war, da ich hier nur Englisch Spreche passt das aber irgendwie. Nach dem ich mir das gleiche wie Sherielyn bestellt habe bin ich zurück an meinen Schreibtisch gegangen um mir weiter Videos anzusehen. Damit es nicht zu eintönig wurde habe ich zwischendurch das Hörbuch von ‚Harry Potter und die Kammer des Schreckens‘ gehört. Aus dem Frühstück wurde um elf Uhr eher ein Brunch. Während der Arbeit fand ich zwei USB Stics die mir Probleme bereitet haben, bei dem einen hat mein Computer sich geweigert ihn anzunehmen und auf dem anderen befanden sich nur unzusammenhängende Aufnahmen, die wohl mal ein Video werden wollten es aber auf Grund von schlechter Koordination oder Faulheit nicht geschafft haben. Ich habe es geschafft die Videos der restlichen drei Klassen heute zu bewerten, zumindest die, die abgegeben wurden. Für Sherielyn habe ich nachgesehen welche Gruppen noch fehlen. Sie wollte dann nachsehen ob sie die Fehlenden videos vielleicht per E-Mail bekommen hat, wenn nicht gibt es ein U. In Deutschland haben wir keine vergleichbare Note. Anstatt der ’normalen Noten‘ von eins bis sechs werden hier die Buchstaben von A bis F benutzt. Man sollte meinen, dass die Note sechs also ein F das schlimmste ist, was einem Schüler passieren kann. Nicht in Hong Hong Kong. Wenn man richtig Mist gebaut hat (d.h. die Hausaufgaben mehrfach nicht abgibt oder Projekte nicht einreicht) kann der Lehrer ein U geben. Das heißt die Leistung ist noch schlechter als „ungenügend“. Wenn ihr glaubt, dass das streng ist setz euch lieber hin oder haltet euch irgendwo fest. Jeden Morgen seit Beginn der Klausurphase heißt es in der morgendlichen Durchsage: „Bitte denkt daran, dass es nicht erlaubt ist zu schummeln. Wer dabei erwischt wird bekommt für alle Klausuren die bereits geschrieben wurden null Punkte und wird von allen weiteren Klausuren der Klausurphase disqualifiziert.“. Diese Regel gilt in allen Stufen. Und den Lehrern fällt auf wenn geschummelt wird. Sie dürfen nichts mit in die Klausur nehmen. Nichts zum Lesen, keine Korrekturen, kein Handy, zwei bis drei Stunden nichts tun außer Schüler zu beobachten. Sherielyn meinte an der Schule an der sie vorher gearbeitet hätte wäre wenigstens das Handy erlaubt gewesen aber hier ist alles verboten. Darin ,dass das die langweiligste Tätigkeit des Jahres ist, sind sich alle im Kollegium einig. Nachdem ich nun meine Videos fertig benotet hatte hätte ich nach Hause gehen können. Das habe ich allerdings nicht getan. Stattdessen bin ich in der Schule geblieben und habe weiter an dem Bereich ‚Wo und mit wem‘ gearbeitet. Es fehlt zwar immer noch etwas aber jetzt habt ihr definitiv etwas neuen Lesestoff. Danach habe ich den Eintrag zu gestern geschrieben. Als ich damit fertig war, waren die meisten Lehrer schon gegangen. Auf dem Weg nach hause bin ich durch den Supermarkt gegangen weil Sister Michelle mir morgens gesagt hatte ich müsse für mich selbst Kochen da sie spät nach Hause kommen würde. „Wir haben noch gekochtes München im Kühlschrank vielleicht kannst du das ja benutzen.“, rief sie mir zum Abschied hinterher. Mit Suppenbrühe und Buchstabennudeln (ich war aus dem Häuschen, dass sie beides da hatten) aus dem Supermarkt habe ich mir eine Hühnersuppe zusammen gebastelt. Ich werde hier immer besser darin aus übrig gebliebenem etwas Essbares zu zaubern. Da Sister Michelle bevor ich angekommen bin alleine gelebt hat, hat sie den Dreh raus wie man was am besten aufhebt, schließlich bleibt immer etwas übrig wenn man nur für eine Person kocht. Nach dem Essen habe ich zuerst gespült und mich daran gemacht den Teil über die „Leute aus Deutschland“ zu schreiben. Das Harry Potter Hörbuch war dabei mein ständiger Begleiter. Als ich fertig war habe ich mich daran Versucht den Artikel als eigenständige Seite ins Menü zu bekommen. Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung wie es letztendlich geklappt hat, da ich hauptsächlich willkürlich herum probiert habe aber irgendwie hat es anscheinend ja funktioniert. Genau in diesem Moment kam Sister Michelle nach Hause, es war schon nach zehn Uhr. Sie hat mich gefragt was ich tue und ich habe es ihr erklärt. Es folgte ein Gespräch darüber, dass wir beide vollkommen unfähig sind wenn es um Technik geht. „Irgendwann wenn ich in Rente bin lerne ich das“, sagte die über siebzig jährige Sister Michelle. Ich weiß ja nicht ob ich daran glauben soll, dass sie jemals in Rente gehen wird. Nachdem sie sich in ihr Zimmer zurückgezogen hatte habe ich angefangen an diesem Eintrag hier zu schreiben, schließlich will ich nicht hinterher hinken. Jetzt gerade hoffe ich, dass unser W-Lan mich nicht hasst und dieses mal funktioniert. Die letzten beiden Abende musste ich den Router neu starten damit ich den Artikel veröffentlichen kann was noch mal fünf Minuten und viele Gebete lang gedauert hat. Ich bin mir nicht sicher ob Gott sich für meine W-Lan Probleme verantwortlich fühlt aber sahen kann es ja nicht.  Wie ihr vielleicht merkt habe ich den Punkt erreicht, an dem ich sinnlos über unwichtige Dinge rede und das heißt ich sollte schlafen gehen. Ich wünsche euch eine gute Nacht und erholsamen Schlaf!

‘Geburtstagskuchen-Party’ ohne Geburtstagskind

Zu Beginn möchte ich mich entschuldigen, dass ich gestern nichts geschrieben habe. Das liegt daran, dass ich geschlafen habe, aber dazu später mehr. Als ich aufgestanden bin um mich zur Schule zu begeben traf die Metapher “auf dem Zahnfleisch gehen” meinen Zustand vermutlich am Besten. Ich hatte wieder kaum Schlaf bekommen und war deshalb todmüde und hatte ziemliche Kopfschmerzen. Im Lehrerzimmer angekommen taten meine Arme dann auch noch weh. unsere Kuchenbehälter haben keine Griffe. Eigentlich sind es auch umfunktionierte runde Keksdosen in denen irgendwann einmal Gebäckmischungen drin waren. Deshalb musste ich zwei solcher Dosen mit beiden Händen vor meinem Bauch tragen. Das geht ziemlich in die Oberarme wenn man da zehn bis fünfzehn Minuten lang macht. Ich wollte Louis direkt wenn er ankommt abfangen aber Vickie meinte er habe in der ersten Stunde Klausuraufsicht und würde keine Zeit haben. Also habe ich den Kuchen erst einmal auf den leeren Schreibtisch vor meinem gestellt. Danach habe ich etwas getan, was doch eher einem Klischee über Chinesen entspricht, und mit dem Kopf auf meinem Schreibtisch ein Nickerchen gemach. Als ich wieder wach geworden bin war ich ein wenig erschrocken von mir selbst und habe ein Video bewertet. ungefähr so sahen meine ersten zwei Stunden aus Videos bewerten, zwischen durch weg nicken aufwachen und wieder ein Video bewerten. Um diesen Kreislauf zu unterbrechen bin ich zu Sherielyn gegangen. Von ihr habe ich erfahren dass diesem Tag an alle Lehrer ab zwölf Uhr gehen können, wenn sie im Nachmittagsbereich keine Aufsicht haben. Das einzige wofür sie sorgen müssen ist, dass alle Klausuren für die sie verantwortlich sind benotet werden. Das gilt für alle Tage bis zum nächsten Freitag. Ich habe dann beschlossen diese Chance zu nutzen um ein wenig schlaf nach zu holen. Diese brillante Idee habe ich gleich Sherielyn mitgeteilt. “Ja mach das! Du siehst wirklich fertig aus.”, na toll. Immerhin wusste ich jetzt, dass ich nicht halluziniere. Als ich grade zu meinem Schreibtisch zurück gehen wollte sagte sie: “Hey, ich weiß etwas, dass wir tun können damit du nicht einschläfst. Wir können die Klausuren hochholen, die heute noch gestellt werden müssen.”. Das klang zwar nicht gerade nach Spaß, aber Bewegung hilft bei Müdigkeit ja fast immer deshalb folgte ich ihr nach unten. Das Problem war, dass weder Sherielyn noch ich die Namen aller Lehrer auf Englisch kennen. Deshalb haben wir nur die Klausuren mitgenommen, bei denen wir uns sicher waren, wer sie stellt. Vonnie, Louis, Brenda, Sherielyn und zwei weitere Englisch Lehrer waren die Glücklichen. Bei Vonnie handelte es sich wirklich um Glück! “Hey Vonnie, wir haben die deine Klausuren mitgebracht.” “Was, ich hab heute doch keine Klausuren!” Hatte sie doch in weniger als fünf Minuten Damit hatte ich meine gute Tat für den Tag getan, ich hatte Vonnies Namen nämlich erkannt und ihre Klausuren mitgenommen. Nachdem Vonnie, die Klausuren in der Hand kosgesprintet war bin ich zurück an meinen Schreibtisch gegangen und habe den Rest der Videos aus der Klasse die ich bereits angefangen hatte benotet. Um viertel nach zwölf kam wollte Sherielyn gerade gehen als ich sie gefragt habe ob sie ein Stück Kuchen will. Ich hatte schließlich zwei Kuchen gebacken da konnten wir den einen ja so essen. “Hast du Louis immer noch nicht gesehen?”, fragte Sherielyn. “Nur einmal als er durchs Lehrerzimmer gehetzt ist.”, war meine Antwort. “Nicht das er schon weg ist.”, leider war genau dass der Fall, Sherielyn hat daraufhin aktiv den einen Kuchen verteilt. als der weg war obwohl noch nicht alle etwas abbekommen hatten meinte sie es wäre schade wen der andere Kuchen bis morgen auf Louis Schreibtisch herum vegetieren würde. Also hat eine der anderen Reli Lehrerinnen ein Foto vom Kuchen inclusive eines Zettels auf den ich “Happy Birthday” geschrieben hatte gemacht und es Louis geschickt bevor Sherielyn ihn auch noch angeschnitten hat. Natürlich habe wir ein Stück für ihn gerettet. Das war auch bitter notwendig. Von alles Seiten habe ich zugerufen bekommen wer wann Geburtstag hat, damit ich da auch einen Kuchen backen kann. Mit einem Stück für Sister Michelle im Gepäck bin ich gegen ein Uhr nach Hause gegangen. Mein eigentlicher Plan war es, mich für ein Stündchen hinzulegen und dann am Blog zu arbeiten. Ich habe dann aber von halb zwei bis kurz nach zwölf durchgeschlafen. Und da bin ich auch nur wach geworden weil ich Durst hatte. also habe ich mir etwas zu trinken geholt und wollte weiter schlafen. Vorher sah ich allerdings noch das Louis mir mehrere Nachrichten geschrieben hatte. Zum einen um sich zu entschuldigen und zum anderen um “Danke” zu sagen.